Am Ende einer Ausstellung hat ein Richter nur noch einen Freund - den Besitzer des Siegers. Anonym Alle Ausstellungen sind gleich. Herrchen Auf dem Tisch stehen ist doof. Nike Heute gewinne ich ein Glitzerding. Brengain |
Am Morgen einer Ausstellung werden wir immer viel zu früh geweckt. Obwohl wir meist mit dem Wohnmobil da sind. Frauchen geht dann mit uns und wenn wir wiederkommen, sieht das Wohnmobil wieder aus wie für die Fahrt. Nur die Boxen stehen nicht da und dann weiß ich, wir bleiben noch hier. Herrchen fängt jetzt an, mit allerlei Spielsachen zu spielen, aber ich darf nicht mitspielen. Er stellt einen kleinen Wagen hin, baut die Boxen darauf auf, Trimmtisch, Faltstühle und Koffer kommen noch dazu und am Ende legt er Gurte um das Ganze. Wenn wir Pech haben, müssen zwei Hunde jetzt in die Boxen steigen und wir werden gezogen. Einer von denen bin immer ich. Delyth darf meist draußen bleiben. Es ist eigentlich ja ganz lustig, gezogen zu werden, aber seltsam ist es auch. Wir gehen oder fahren dann zum Eingang der Halle, wo wir immer viel zu früh sind, weil Frauchen so nervös ist. Herrchen ist auch nervös und ich werde dann auch nervös. Endlich geht es dann hinein. Herrchen zieht immer schneller. Er will unbedingt einen 'guten Platz' haben. Oft ist der am Ende, wenn dann alle da sind, gar nicht so gut, aber das weiß Herrchen noch nicht. Er sollte mich den Platz aussuchen lassen. Ich würde schon einen mittendrin finden, an dem es viel zu riechen gibt. Herrchen sucht meist einen in einer Ecke. Dort stellt er dann den Wagen ab und lädt den Tisch, die Stühle, den Koffer und alles ab. Das baut er dann dort auf und wenn Frauchen kommt, wird alles noch einmal anders hingestellt. Dann ist endlich Ruhe. Wir bleiben natürlich nicht den ganzen Tag in den Boxen, wir dürfen auch viel spazieren gehen und andere Hunde treffen. Nur spielen darf ich nicht mit ihnen. Angeblich sehen wir danach nicht mehr schön aus. So ein Unsinn! Das Seltsamste an den Ausstellungen sind aber die kleinen Ecken, die überall mit so komischem Flatterband abgetrennt sind. Die heißen Ringe, obwohl sie nicht rund sind. Da stehen Menschen drin, oder sie sitzen an einem Tisch. Aber sie haben kein Essen, sie haben Papier darauf liegen, mit dem sie hektisch herumspielen. Dann kommen Hunde dazu. Die stellen sich hintereinander auf und ein Mensch, den sie Richter nennen, obwohl er keine Robe trägt, schaut sie alle an. Dann müssen sie im Kreis laufen, der Richter – oft ist es eine Frau und nie ein junger Mensch – steht in der Mitte und dreht sich mit. Dabei schaut er skeptisch, das habe ich oft gesehen. Dann kommt jeder Hund einzeln auf einen kleinen Tisch und der Richter schaut ihm ins Maul. Er ist sehr nett zu den Hunden, weil er Angst hat, wir beißen ihn. Ich rieche das. Dann tastet er noch überall herum. An den Beinen, am Rücken und empörend finde ich, dass er bei uns Rüden auch Stellen anfaßt, die nur uns und die Hündinnen etwas angehen. Das gehört sich doch nicht! Dabei redet er die ganze Zeit mit dem Mensch, der zu dem Hund gehört und sie lachen oft auch. Dann darf der Hund wieder auf den Boden. Dort soll man dann ganz ruhig stehen, während der Richter sich hinsetzt, einen dauernd anschaut und vor sich hin redet. Irgendwer am Tisch schreibt das auf, was der Richter da redet. Danach und muß man noch einmal laufen. Oft einfach vor und zurück, aber manchmal auch im Dreieck. Dann wedelt der Richter mit dem Arm und man geht wieder an seinen Platz in der Reihe. Jetzt kommt der nächste Hund auf den Tisch und alles ist wieder genauso. Langweilig oder? Wenn alle Hunde auf dem Tisch waren, laufen wir oft noch einmal im Kreis oder auch nur zwei oder drei von uns nebeneinander her und dann ist auf einmal alles vorbei. Der Richter lacht jetzt und winkt uns an die Plätze. Der Mensch, dessen Hund ganz vorne steht, lacht jetzt auch. Ich habe schon oft vorne gestanden und dann hat Frauchen sich gefreut. Aber noch sind wir gar nicht dran. Ich weiß nicht warum, wir Welsh Terrier sind meist erst ganz am Schluß dran, wenn alle anderen schon fertig sind. Das Warten ist fad. Wenn dann alle Hunde im Ring waren, müssen manche nochmal hinein, zu zweit oder zu dritt. Das sind immer die, die vorher schon vorne gestanden waren. Am Ende bleibt dann einer übrig und der ist der Allerschönste. Der muß dann später noch in eine andere Halle und da sind dann lauter Allerschönste von allen Rassen. Da ist wieder ein Mensch, der sich einige davon aussucht, die anderen dürfen spielen gehen. Aus denen, die ausgesucht wurden, sucht der Richter dann den allerallerschönsten Hund aus. Ich war schon ein paar mal dabei und ich war auch schon bei den letzen, die übrig blieben, aber dann habe ich meist keine Lust mehr und laufe nicht mehr schön. So war ich noch nie der Allerallerschönste. Was für ein Unsinn – ich bin der Allerallerschönste. Dann packt Herrchen wieder alles zusammen und wir gehen zurück zum Wohnmobil. So sind Ausstellungen in der Halle. Bei Ausstellungen im Freien haben wir meist mehr Platz. Da bauen Herrchen und Frauchen ein Zelt auf und das Gitter nehmen sie auch mit und stellen es drum herum. Drinnen sind wir. Oft auch unsere Menschen. Die sitzen dann auf den Stühlen und haben einen Hund auf dem Schoß. Das ist gut. Sonst ist eigentlich alles genauso wie in der Halle. Außer daß es manchmal regnet und manchmal sehr heiß ist. So sind Hundeausstellungen. Was man da alles gewinnen kann, seht ihr auf der nächsten Seite.
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