Für alle Übungen, die ich hier beschreibe, gilt ein Grundsatz und du darfst ihn nie vergessen, wenn es um Menschenerziehung geht: Menschen sind langsam und sie lernen langsam. Sehr langsam. Das Zauberwort heißt Wiederholung. Nie die Geduld verlieren und Konsequenz zeigen, dann lernen auch deine Menschen es irgendwann. Die Tips, die ich dir jetzt gebe sind in der Praxis erprobt und führen – Konsequenz und Geduld vorausgesetzt – immer zum Erfolg. Manchmal ist es einem langweilig und die Menschen wollen lieber ein Buch lesen oder sowas Dummes, als mit dem Hund zu spielen. Da gibt es einen ganz einfachen Trick, den schon Welpen ab der 6. Woche anwenden können. Geh hin und wirf den Papierkorb um. Dann springen deine Menschen sofort auf und sagen ganz laut solche Sachen wie: 'Pfui!' oder 'Nein!' Damit hast du natürlich noch nicht wirklich gewonnen, aber der erste Schritt ist geschafft. Jetzt heißt es, dranbleiben. Bring Spielzeug, wedele so schnell du kannst, auch bellen kann hilfreich sein. Wie du beim Spazierengehen ein Leckerli bekommt, ist einfach zu lernen. Wahrscheinlich werden deine Menschen dir eines geben wenn du auf Zuruf zu ihnen kommst. Und da setzt du an. Du kommst einfach immer mal wieder zu deinen Menschen, auch wenn sie dich nicht gerufen haben. Du setzt dich besonders schön hin, strahlst sie an und wedelst. Irgendwann haben sie es verstanden und können deinem Charme nicht mehr widerstehen. Das Leckerli gehört dir. Etwas schwieriger ist es, zu hause eines zu bekommen, zum Beispiel, wenn dein Mensch das Haus verläßt. Die folgende Übung kann weiterhelfen. Du regst dich furchtbar auf, wenn einer deiner Menschen gehen will, ohne dich mitzunehmen. In hartnäckigen Fällen kannst du versuchen so zu tun, als wolltest du ihn am Hosenbein oder am Ärmel festhalten. Irgendwann ist der große Tag gekommen. Dein Mensch hat gute Laune und nimmt ein Leckerli mit zur Tür. Dann bist du ganz ruhig, schaust nur lieb und machst 'Sitz'. Wahrscheinlich lernen deine Menschen die Lektion nicht beim erstenmal - sie sind langsam, du erinnerst dich doch - dann wiederhole die Übung, bis sie perfekt sitzt. Die schwerste Übung aber besteht darin, deinem Menschen beizubringen, daß dein Platz zum Schlafen bei ihnen im Bett ist. Sie werden das nicht wollen. In vielen Büchern steht, Hunde hätten nichts im Bett zu suchen und Menschen glauben einfach jeden Unsinn, der in einem Buch steht, wenn es nur teuer genug war. Wenn du im Schlafzimmer schlafen darfst, kannst du sofort mit der entsprechenden Übung anfangen, wenn du – was der große Terrier im Himmel verhüten möge – im Flur schlafen mußt, mußt du warten bis zum Urlaub. Dann werdet ihr wahrscheinlich in einem Raum schlafen. Und dann gilt's. Du wartest bis deine Menschen tief schlafen. Am besten bist du ganz still, dann glauben sie, du schläfst und schlafen leichter ein. Wenn sie dann schlafen – vergiß nicht, so lange zu warten, bis sie wirklich tief und fest eingeschlafen sind – schleichst du zum Fußende des Bettes. Du machst dich leicht wie eine Feder und springst oder besser noch, kriechst ins Bett hinauf. Du wartest, ob keiner wach wird. Dann kriechst du unter die Bettdecke. Auch wenn das unangenehm sein mag, so eine schwere Decke auf sich liegen zu haben, es ist wichtig. Da mußt du durch. Unter der Decke kriechst du jetzt ganz langsam und ganz leise immer weiter nach oben bis dein Kopf wieder herausschaut. Dann kannst du es dir gemütlich machen. Wenn Frauchen morgens merkt, daß der feuchte, bärtige Kuß nicht von Herrchen kommt, ist der 'Schaden' angerichtet. Sie haben gesehen, daß es schön ist, dich mit im Bett zu haben. Natürlich beherrschen sie nach der ersten Nacht die Übung noch nicht vollkommen, aber wenn du geduldig bist und das Wiederholen nicht vergißt, wird es schon klappen. Das sind jetzt nur ein paar Vorschläge. Wenn du gut nachdenkst, wird dir noch viel mehr einfallen, was du deinen Menschen beibringen kannst.
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